{"id":76,"date":"2018-09-19T13:12:23","date_gmt":"2018-09-19T11:12:23","guid":{"rendered":"https:\/\/progslwatch.noblogs.org\/?p=76"},"modified":"2021-04-13T16:55:04","modified_gmt":"2021-04-13T14:55:04","slug":"kampfsportklub-ksk-09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/progslwatch.noblogs.org\/?p=76","title":{"rendered":"Kampfsportklub (KSK) 09"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-77 alignleft\" src=\"https:\/\/progslwatch.noblogs.org\/files\/2021\/04\/KSK09.cleaned-284x300.png\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/progslwatch.noblogs.org\/files\/2021\/04\/KSK09.cleaned-284x300.png 284w, https:\/\/progslwatch.noblogs.org\/files\/2021\/04\/KSK09.cleaned.png 565w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/>&#8222;Neonazistische und rechtsoffene Gyms<\/p>\n<p>Der im Folgenden dokumentierte Beitrag stammt aus der <a href=\"https:\/\/www.chronikle.org\/files\/Leipziger%20Zust%C3%A4nde%202021.pdf\">Brosch\u00fcre Leipziger Zust\u00e4nde 2021<\/a> (S. 102\u2013105)<\/p>\n<p>NEONAZISTISCHE UND RECHTSOFFENE GYMS<\/p>\n<p>Hier trainieren Leipzigs Neonazis f\u00fcr den Stra\u00dfenkampf von chronik.LE<\/p>\n<p><strong>Kampfsport boomt und das nicht nur in Leipzig. Gerade hier ist allerdings eine starke Verflechtung rechter Hooligans, Neonazis sowie Security-Firmen in und um Kampfsport-Gyms zu beobachten. Einige Gyms sind eindeutig neonazistisch dominiert, andere akzeptieren wissentlich Neonazis als Trainer und Mittrainierende.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Sommer 2020 positioniert sich die German Amateur MMA Federation (GAMMAF), also der deutsche Amateurverband des Mixed Martial Arts (Vollkontakt-Kampfsport mit Elementen verschiedener anderer Kampfsportarten), gegen den zunehmenden Einfluss von Neonazis in diesem Sport.[1] Anlass daf\u00fcr ist der geplante Antritt des Leipziger MMA-K\u00e4mpfers Timo Feucht bei einem Turnier des US-amerikanischen MMA-Verbandes UFC in Abu Dhabi. Aufgrund von Feuchts Verbindungen in die Neonazi-Szene wird der Kampf schlie\u00dflich abgesagt. Das Statement der GAMMAF ist dar\u00fcber hinaus bemerkenswert, weil es das Konstrukt einer politischen Neutralit\u00e4t zur\u00fcckweist.<\/p>\n<p>Politische Positionierung ist von den meisten Sportverb\u00e4nden und -vereinen unerw\u00fcnscht, solange diese sich nicht im Rahmen ihrer eigenen Kampagnen bewegt. Ausnahmen bilden dabei, vor allem im Fu\u00dfball, Vereine, die eine positive Einflussnahme progressiver Fanszenen und -projekte erfahren. In weniger professionalisierten Vereinsstrukturen hingegen wird die politische Dimension des Sports oftmals ausgeklammert. Aktive, Fans und Funktion\u00e4r*innen geben sich der Illusion einer Neutralit\u00e4t des Sportes hin, die mit ihrer Deutungshoheit dar\u00fcber, was politische Bekundungen sind, reglementierbar sei. Durchgesetzt wird dies mit unterkomplexen Parolen wie \u201ePolitik hat im Sport nichts zu suchen\u201c oder \u201eExtremisten jeglicher Couleur haben bei uns nichts zu suchen.\u201c<\/p>\n<p>Diese vermeintliche Positionierung ist auch im Kampfsport mit der Abwandlung \u201ePolitik hat auf der Matte nichts zu suchen\u201c weit verbreitet. Dabei erm\u00f6glicht das Umgehen einer politischen Auseinandersetzung menschenfeindlichen Akteur*innen \u2013 von Neo-nazis bis zu religi\u00f6sen Fundamentalist*innen \u2013 erst eine Teilhabe und Normalisierung ihrer Einstellungen. Zugleich hat die \u00dcbernahme der Hufeisen-Extremismustheorie oftmals zur Folge, dass demokratisch selbstverst\u00e4ndliche Positionen des Antifaschismus und Antirassismus als angeblich \u201elinksextremistisch\u201c delegitimiert werden.<\/p>\n<h3>Enge Verflechtungen<\/h3>\n<p>Relativ unbeachtet von der breiten \u00d6ffentlichkeit und unbehelligt von Sicherheitsbeh\u00f6rden hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Leipzig ein dichtes Netz an neonazistischen und rechtsoffenen Kampfsport-Gyms sowie -Teams etabliert. Mehrere sich wechselseitig verst\u00e4rkende Faktoren wirken sich positiv auf das Wachstum dieser Gruppen aus. Dazu geh\u00f6rt ein allgemein wahrnehmbarer Fitnesstrend. \u00dcberdies ziehen die Gyms mit der von ihnen propagierten hypermaskulinen M\u00e4nnlichkeit[2] und angeblich erforderlicher Wehrhaftigkeit vor allem (verunsicherte) m\u00e4nnlich sozialisierte Jugendliche an. Ein wichtiges Rekrutierungsfeld sind dabei vor allem Fans von Fu\u00dfballvereinen. Mittlerweile l\u00e4sst sich auch ein Zuzug von jungen Kampfsportlern aus anderen Regionen nach Leipzig beobachten.<\/p>\n<p>Die bedeutendste neonazistische Kampfsportmannschaft aus Leipzig, das \u201eImperium Fight Team\u201c (IFT), erfreut sich \u00fcberregionaler Bekanntheit und hat besonders viele Anh\u00e4nger*innen unter den Fans des 1. FC Lok Leipzig. Das Team br\u00fcstet sich damit, \u201eunzerst\u00f6rbar\u201c zu sein: \u201eWir wollten blo\u00df Sport machen, ihr erschuft einen D\u00e4mon.\u201c Als angebliche gemeinsame Werte werden \u201eGeradlinigkeit und Zusammenhalt\u201c gepriesen.[3]<\/p>\n<p>Zwischen den einschl\u00e4gigen Gyms bestehen enge freundschaftliche und gesch\u00e4ftliche Bande. Diese Verflechtung l\u00e4sst sich an mehreren Faktoren ablesen. Einige der Teams haben sich aus informellen Trainingsgruppen mit Bezug zur Hooligan- oder T\u00fcrsteherszene zu offiziellen Gyms und Kampfsport-Teams entwickelt oder sind aus bereits bestehenden Gruppen hervorgegangen. Immobilien werden nacheinander von mehreren Teams genutzt. In einigen Gyms leiten (ehemalige) Chefs von Sicherheitsunternehmen die Trainings an und bewerben Jobs im \u201eSicherheitsgewerbe\u201c. Zahlreiche der K\u00e4mpfer arbeiten in Security-Firmen mit Bez\u00fcgen zur Neonazi-Szene und wechseln zwischen diesen Unternehmen.<\/p>\n<p>Bei rechten Kampfsportevents wie \u201eSachsen k\u00e4mpft\u201c (2012 und 2013 in Schildau), \u201eImperium Fighting Championship\u201c (2014-2016 in Leipzig), \u201eOstdeutschland k\u00e4mpft\u201c (zuletzt 2018 in D\u00f6lzig) oder den \u201eLa Familia Fightnights\u201c (seit 2010 in Halle) sind die K\u00e4mpfer der lokalen Teams, rechte Hooligans und Neonazis stets vertreten.<\/p>\n<h3>Trainieren f\u00fcr den Stra\u00dfenkampf<\/h3>\n<p>Abseits dieser sportlichen Wettk\u00e4mpfe und der Pflege einer hypermaskulinen M\u00e4nnlichkeit trainieren die Neonazis unter den K\u00e4mpfern vor allem aus ideologischer Motivation. Als Ansporn dienen Umsturzfantasien von einem \u201eTag X\u201c mit dem Ziel der Errichtung einer nationalistischen Diktatur. Ihre menschenfeindliche Ideologie versuchen Leipziger Neonazis in Form von Stra\u00dfengewalt und gezielter Anschl\u00e4ge bereits seit Anfang der 1990er Jahre durchzusetzen.[4] Hier einige Beispiele f\u00fcr Angriffe unter Beteiligung zentraler Akteure der neonazistischen Kampfsportszene aus den letzten Jahren:<\/p>\n<ul>\n<li>Die rassistischen LEGIDA-Aufm\u00e4rsche wurden von Beginn an von der lokalen Neonazi- und Hooligan-Szene getragen und unterst\u00fctzt. Am Rande und aus dem Demonstrationsgeschehen kommt es immer wieder zu k\u00f6rperlichen Angriffen.<\/li>\n<li>Zum einj\u00e4hrigen Geburtstag von LEGIDA am 11. Januar 2016 greift ein bewaffneter und maskierter Mob in Connewitz Menschen an und zerst\u00f6rt Ladenlokale, Gesch\u00e4fte und Fahrzeuge. Unter den festgesetzten T\u00e4ter sind viele \u00fcberregional vernetzte Neonazis, Hooligans und Kampfsportler. In diesen Kreisen wurde der \u00dcberfall vermutlich geplant und koordiniert.[5]<\/li>\n<li>Im Herbst 2016 verhindert die Th\u00fcringer Polizei in Gera einen \u00dcberfall von etwa 40 rechten Schl\u00e4gern auf antirassistische Fans der BSG Chemie Leipzig. Die Angreifer haben sich zuvor am V\u00f6lkerschlachtdenkmal getroffen, darunter zahlreiche Kampfsportler und Hooligans von Lok Leipzig.[6]<\/li>\n<li>Als die AfD 2018 in Chemnitz den offenen Schulterschluss mit der rechten beziehungsweise rechtsterroristischen Szene vollzieht, sind bei den Demonstrationen und Hetzjagden abermals zahlreiche Protagonisten aus Leipzig dabei.[7]<\/li>\n<li>Im Sommer 2019 reist eine gro\u00dfe Gruppe aus Hooligans von Lok Leipzig zum Feiern nach Mallorca. W\u00e4hrend dieses Aufenthalts verletzen zwei Mitglieder der Reisegruppe einen schwarzen T\u00fcrsteher lebensbedrohlich. Die Tatverd\u00e4chtigen sollen beim \u201eImperium Fight Team\u201c (IFT) und beim \u201eBushido Free Fight Team\u201c trainiert haben.[8]<\/li>\n<li>Bei einigen der anf\u00e4nglich als \u201eHygiene-Demos\u201c bekannten Kundgebungen gegen die Corona-Ma\u00dfnahmen finden sich ebenfalls bekannte Personen aus der Hooligan- und Free-Fight-Szene ein und unterst\u00fctzen diese \u00f6ffentlich.<\/li>\n<li>Als am 7.11.2020 in Leipzig zehntausende Corona-Leugner*innen Seite an Seite mit Neonazis und Hooligans demonstrieren, sind etliche bekannte Protagonisten der Leipziger Kampfsportszene zugegen, u.a. vom \u201eBushido Free Fight Team\u201c und vom \u201eImperium Fight Team\u201c. Es kommt zu Angriffen auf antifaschistische Gegendemonstrant*innen.[9]<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Never Let The Fascists Have The Mats!<\/h3>\n<p>Die angeblich \u201eunzerst\u00f6rbaren D\u00e4monen\u201c (IFT) m\u00fcssen aber auch R\u00fcckschl\u00e4ge hinnehmen. So k\u00fcndigt die Universit\u00e4t Leipzig im April 2015 nach \u00f6ffentlicher Kritik die Ernst-Grube Halle auf dem Sportcampus als Veranstaltungsort der zweiten \u201eImperium Fighting Championship\u201c. Die wichtigste internationale MMA-Organisation \u201eUltimate Fighting Championship\u201c (UFC) nimmt 2013 und 2020 jeweils kurzfristig die Verpflichtung von IFT-Chef Benjamin Brinsa und von Timo Feucht nach Hinweisen auf deren neonazistischen Hintergrund zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das ist zweifelsohne ein Erfolg von antifaschistische Initiativen wie dem \u201eLeipziger Ladenschlussb\u00fcndnis\u201c oder der bundesweiten Kampagne \u201eRunter von der Matte\u201c sowie von Recherchekollektiven, die seit Jahren beharrlich die Verflechtungen von organisierten Neonazis und Kampfsport thematisieren.<\/p>\n<p>Es bedarf jedoch gerade in Leipzig und Umgebung eines st\u00e4rkeren, breiteren Engagements, um den Faschist*innen nachhaltig die Matten madig zu machen. Zivilgesellschaftliche Initiativen, Stadtverwaltung und Immobilienvermieter*innen d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger ihrer Verantwortung entziehen und sind zu einem konsequenten Handeln gegen\u00fcber den T\u00e4ter*innen von heute und morgen gefordert. Besonders die Beh\u00f6rden d\u00fcrfen sich nicht einfach aufgrund von angeblichen Bestimmungen als nicht zust\u00e4ndig oder handlungsunf\u00e4hig erkl\u00e4ren. Eine offene, plurale Gesellschaft kann nicht weiter sehenden Auges organisierten Faschismus gedeihen lassen.<\/p>\n<h2>\u00dcBERSICHT NEONAZISTISCHER UND RECHTSOFFENER GYMS IN LEIPZIG<\/h2>\n<p><strong>Bei den hier aufgef\u00fchrten Gyms handelt es sich um neonazistische oder zumindest rechtsoffene Orte. Trainer*innen oder K\u00e4mpfer*innen sind aus neonazistischen Kontexten bekannt oder grenzen sich nicht von diesen ab. Kein Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit.<\/strong><\/p>\n<h3>Bushido Freefight Team\/ Bushido Sports Center<\/h3>\n<p>Im September 2020 er\u00f6ffnet das \u201eBushido Freefight Team\u201c um Headcoach Marko Zsch\u00f6rner ein zweites Gym in Paunsdorf. In der Au\u00dfendarstellung des Gyms und w\u00e4hrend der Trainings findet bis vor kurzem keine ersichtliche politische Positionierung statt. Diese Strategie ist plausibel. Vielen Trainierenden scheint das Gym der behauptete neutrale Ort zu sein. Auch staatliche Stellen kooperieren hierbei mit dem Sports Center. Zsch\u00f6rner bietet Gratis-Trainings f\u00fcr Polizist*innen an, da er \u201eetwas zur\u00fcck geben\u201c will. Auch zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts Taucha bedanken sich in einem Video f\u00fcr die Trainings \u201ebei Marko\u201c. Der ehemalige Kanzleikollege des CDU-Ministers und B\u00fcrgermeisterkandidaten Sebastian Gemkow, Dennis van N., leitete fr\u00fcher die Muay Thai Trainings des \u201eBushido Free-fight Team\u201c.<\/p>\n<p>Die Social Media Accounts des Headcoachs positionieren sich politisch auff\u00e4llig. Analog zur AfD und anderen rechten Akteur*innen wird darauf das Bild einer angeblichen \u201eMesserstadt\u201c Leipzig und weitere angeblich stark zunehmende Gef\u00e4hrdungen beschworen. Mittlerweile werden auch auf dem offiziellen Bushido-Facebook-Account antisemitische Hashtags wie #fucknwo[9] platziert. Und so verwunderte es wenig, dass Zsch\u00f6rner bereits im April 2020 dazu aufrief, gemeinsam auf dem Augustplatz im Rahmen der rechts- und verschw\u00f6rungsideologischen Demonstrationen, zu meditieren.[10] Er selbst nimmt mehrmals daran teil. Auf einem bundesweit geteilten Video des verschw\u00f6rungsideologischen Senders \u201eKenFM\u201c ist Zsch\u00f6rner Mitte Mai ebenfalls zu sehen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus war und ist das \u201eBushido Free Fight Team\u201c seit jeher ein Ort gewesen, an dem sich gewaltbereite Hooligans und Neonazis in Kampftechniken ausbilden lassen konnten. Der angehende Jurist Brian Engelmann trainiert bis heute als Vorzeigeathlet bei Bushido und fungiert in vielen Anleitungen als Trainingspartner Zsch\u00f6rners. Engelmann war nicht nur am Neonazi\u00fcberfall auf Connewitz beteiligt, er tr\u00e4gt auch eine kaum zu \u00fcbersehende Hakenkreuzgeflecht-T\u00e4towierung am rechten Oberarm<\/p>\n<p>Zwei weitere \u201eConnewitzangreifer\u201c aus dem Bushido Team sind Jonas Fichtler und der brutal k\u00e4mpfende Martin Krause. Krauses K\u00f6rper ist ebenfalls mit eindeutigen T\u00e4towierungen wie der NS-Losung \u201eRuhm und Ehre\u201c sowie einem Hammerskin-Schriftzug dekoriert. Fr\u00fcher spielte Krause als Gitarrist in der Naziband \u201eSperrfeuer\u201c und war Neonazikameradschaften zuzurechnen. Der Mallorca-Angreifer Johannes H. besuchte ebenfalls Trainings im Bushido Sport Center.<\/p>\n<h3>Imperium Fight Team (IFT)<\/h3>\n<p>Beim \u201eImperium Fight Team\u201c handelt es sich um eine der bundesweit bekanntesten neonazistischen Kampfsport-Gruppierungen. Viele der Mitglieder entstammen der neonazistischen Fanszene des 1. FC Lokomotive Leipzig. Das IFT hat in der Region unter Jugendlichen Kultstatus, einzelne K\u00e4mpfer gelten als Idole. Zuvor in Eilenburg ans\u00e4ssig, trainiert das IFT seit 2017 auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers in Leipzig-Sch\u00f6nefeld.[11] Die Gr\u00fcnder haben zuvor bei anderen rechten Gruppierungen wie dem \u201eBushido Free Fight Team\u201c, den \u201eFighting Fellas Wurzen\u201c, dem \u201eBoxclub Lokomotive\u201c und \u201eLa Familia Halle\u201c sowie bei informellen Hooligan-K\u00e4mpfen Erfahrungen gesammelt. Bis heute ist die Verflechtung des Teams ins organisierte Hooligan-Spektrum mehr als offensichtlich \u2013 Spruchb\u00e4nder und Solidarit\u00e4tsbekundungen mit inhaftierten Hools werden offen auf Social Media gepostet.<\/p>\n<p>Etliche bekannte K\u00e4mpfer des Teams sind wegen der Beteiligung am Angriff auf Connewitz im Januar 2016 angeklagt. Die Prozesse gegen die Angreifer sind auch f\u00fcnf Jahre nach der Tat nicht abgeschlossen.[12] Die wichtige Rolle des \u201eImperium Fight Team\u201c und seines Umfeldes ist aber offensichtlich.<\/p>\n<p>Mehrfach richtet das Team um den weitl\u00e4ufig vernetzten Benjamin Brinsa (seit 2019 Stadtrat f\u00fcr das \u201eNeue Forum f\u00fcr Wurzen\u201c) die sogenannte \u201eImperium Fighting Championship\u201c in Leipzig aus. Die Sponsoren und das Publikum dieser Events illustrieren eindr\u00fccklich die Verankerung des Teams im Rocker- und Hooligan-Milieu.<\/p>\n<p>Im September 2020 er\u00f6ffnet das IFT ein neues Gym in Taucha. An der Adresse war zuvor ein Verein ans\u00e4ssig, dessen Logo 2013 auf dem Plakat f\u00fcr das \u201eSachsen k\u00e4mpft\u201c-Event in Schildau abgebildet ist. Quasi der Vorl\u00e4ufer f\u00fcr die sp\u00e4tere \u201eImperium Fighting Championship\u201c und \u00e4hnliche Veranstaltungen.<\/p>\n<h3>Kampfsportklub (KSK) 09<\/h3>\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde der Alten Baumwollk\u00e4mmerei zwischen Mockau und Sch\u00f6nefeld befindet sich das Gym des KSK 09. Der eher kleinere Kampfsportklub existiert seit 2009 und wird vom Security-Unternehmen \u201ePro GSL\u201c gesponsert. Der Mitgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von \u201ePro GSL\u201c, Oliver Riedel, ist eine zentrale Figur innerhalb des Vereins. Er fehlt auf kaum einem Trainingsfoto und viele Mittrainierende beziehen sich positiv auf ihn.<\/p>\n<p>Riedel fungierte w\u00e4hrend der rassistischen LEGIDA-Proteste als Ordner und war mutma\u00dflich f\u00fcr Sicherheitsaufgaben zust\u00e4ndig. Seine Firma ist laut Impressum in der Gro\u00dfen Fleischergasse 4 ans\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude in der Innenstadt diente in der Vergangenheit immer wieder als Anlauf- und Sammelstelle f\u00fcr Neonazis und Hooligans. W\u00e4hrend einer antifaschistischen Demonstration 2016 skandierten zwei M\u00e4nner vom Vordach des Geb\u00e4udes \u201eNSU! NSU!\u201c. Im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages wurde 2016 der Kontakt eines \u201ePro GSL\u201c-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers zum Unterst\u00fctzer*innen-Netzwerk des NSU thematisiert.<\/p>\n<p>Der KSK 09 richtete im Februar 2018 gemeinsam mit \u201eBlack Rainbow Security\u201c im Club SAX in D\u00f6lzig das Kampfsportevent \u201eOstdeutschland k\u00e4mpft\u201c aus. Daran nahmen unter anderem Brian Engelmann und Martin Krause f\u00fcr das \u201eBushido Free Fight Team\u201c (siehe vorige Seite) teil.<\/p>\n<h3>Kampfsportschule Leipzig Ost \/ Ad Victoriam Gym<\/h3>\n<p>Die \u201eKampfsportschule Leipzig Ost\u201c bietet seit 2016 in einer vormals vom \u201eBushido Free Fight Team\u201c genutzten Immobilie in Leipzig-St\u00f6tteritz Kampfsport an. Die Trainings wurden zun\u00e4chst vor allem von Jugendlichen besucht, die zu den Fans vom Lokomotive Leipzig geh\u00f6ren. Mittlerweile hat sich das Angebot verbreitert. Es wird nun auch Kindersport sowie Yoga angeboten. Im September 2020 \u00e4ndert die Schule ihren Namen in \u201eAd Victoriam Gym\u201c, was auf lateinisch \u201ebis zum Sieg\u201c bedeutet.<\/p>\n<h3>Sin City Gym<\/h3>\n<p>Das \u201eSin City Gym\u201c gilt als Nachfolgestruktur der \u201eFighting Fellas Wurzen\u201c. Geleitet wird das Gym von einem Box-Champion, der als T\u00fcrsteher in der Gro\u00dfen Fleischergasse 4 arbeitet und immer wieder mit K\u00f6rperverletzungsdelikten in Erscheinung tritt. Auf der Facebook-Seite des Gyms wird im November 2020 unter dem Motto \u201eFCK BRD\u201c gegen Lockdown und Hygiene-Regeln gewettert: \u201ealles f\u00fcr den Arsch und verlogener Dreck von diesen Bastarden in ihren Minister\u00e4mtern. [\u2026] Sport frei Freunde und steht endlich auf\u201c.<\/p>\n<h3>Siam Gym<\/h3>\n<p>Einer der Muay-Thai-Trainer des \u201eSiam Gyms\u201c, Mike J\u00e4pel, war ebenfalls am \u00dcberfall auf Connewitz im Januar 2016 beteiligt. Laut Anklage war er dabei mit Quarzhandschuhen bewaffnet. J\u00e4pel wurde deshalb im Februar zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe von einem Jahr und f\u00fcnf Monaten verurteilt. Unter den in Connewitz festgesetzten Personen sollen noch weitere K\u00e4mpfer des Teams gewesen sein.<\/p>\n<p>[1] Facebook-Beitrag der GAMMAF vom 10.07.2020. Vgl. \u201eRunter von der Matte\u201c vom 10.07.2020: \u201eUFC nimmt rechten Schl\u00e4ger Timo Feucht unter Vertrag\u201c, runtervondermatte.noblogs.org.<\/p>\n<p>[2] \u00dcbersteigertes, stereotyp-m\u00e4nnliches Verhalten unter Betonung der eigenen k\u00f6rperlichen St\u00e4rke, Aggression und Gewaltverhalten als origin\u00e4r m\u00e4nnliche Eigenschaften sowie eine demonstrative (Hetero-)Sexualit\u00e4t mit der Abwertung von Emotionalit\u00e4t als feminin.<\/p>\n<p>[3] Facebook-Beitrag des IFT am 17.09.2019.<\/p>\n<p>[4] Siehe dazu den Beitrag von Fania Stehmann in dieser Ausgabe, S. 98-99.<\/p>\n<p>[5] Siehe dazu den Beitrag \u201eF\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter\u201c in dieser Ausgabe, S. 82-85.<\/p>\n<p>[6] Vgl. \u201eAntifa in Leipzig\u201c vom 10.11.2016: \u201eMesser, Schlagstock, Sturmhaube: Gewaltt\u00e4tige Lok-Leipzig-Hooligans auf Tour\u201c, www.inventati.org\/leipzig.<\/p>\n<p>[7] Vgl. \u201eLadenschlussb\u00fcndnis Leipzig\u201c vom 01.10.2020: \u201eRe-cherche: Imperium FightTeam bei Ausschreitungen in Chemnitz dabei\u201c, ladenschluss.blogsport.eu<\/p>\n<p>[8] Vgl. \u201eAntifa in Leipzig\u201c vom 12.06.2019: \u201eEndstation Mallorca: Leipziger Neonazis nach Angriff verhaftet\u201c, und 14.06.2019: \u201eDie rechten Schl\u00e4ger von Mallorca und ihre Netzwerke\u201c, www.inventati.org\/leipzig.<\/p>\n<p>[9] Vgl. \u201eRunter von der Matte\u201c vom 13.11.2020: \u201eLeipzig \u201aQuerdenken 711\u2018 \u2013 bewaffnete Angriffe durch bekannte Neonazi-Kampfsportler und Trainer\u201c, runtervondermatte.noblogs.org<\/p>\n<p>[10] Siehe dazu den Beitrag von Julia Fr\u00f6hlich und Christoph Hedtke in dieser Ausgabe, S. 38-41.<\/p>\n<p>[11] Siehe dazu den Beitrag \u201eEhemaliges KZ-Au\u00dfenlager in Leipzig-Sch\u00f6nefeld: Treffpunkt von Neonazis\u201c, in: Leipziger Zust\u00e4nde 2019, S. 56-57.<\/p>\n<p>[12] Siehe dazu den Beitrag \u201eF\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter\u201c in dieser Ausgabe, S. 82-85.<\/p>\n<p>[13] Siehe dazu die Kampagne: runtervondermatte.noblogs.org.<\/p>\n<p>&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/ladenschluss.noblogs.org\/neonazistische-und-rechtsoffene-gyms\/\">https:\/\/ladenschluss.noblogs.org\/neonazistische-und-rechtsoffene-gyms\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Neonazistische und rechtsoffene Gyms Der im Folgenden dokumentierte Beitrag stammt aus der Brosch\u00fcre Leipziger Zust\u00e4nde 2021 (S. 102\u2013105) NEONAZISTISCHE UND RECHTSOFFENE GYMS Hier trainieren Leipzigs Neonazis f\u00fcr den Stra\u00dfenkampf von chronik.LE Kampfsport boomt und das nicht nur in Leipzig. 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